![]() | |||||||||
|
DR. MED. WALTER SCHMIDT FRAUENARZT Vorstandsmitglied der Vereinigung "Ärzte gegen Tierversuche" 78250 TENGEN 4-BOSSLINGEN TELEFON 07736/482 TELEFAX 07736/8696 Tierversuche - eine Herausforderung an die Gesellschaft Meine sehr geehrten Damen und Herren,
Francis Bacon, Ende des 16. Jahrhunderts, war ein englischer Staatsmann und Philosoph, gleichzeitig Generalstaatsanwalt seiner Majestät und als solcher mit den damaligen Hexenprozessen betraut. Von ihm stammt der Ausspruch: "Die Natur ist eine Sklavin, die man mit Hunden hetzen und so lange foltern muß, bis sie ihre letzten Geheimnisse preisgibt." Diese unglückselige Philosophie durchzieht gerade unser Jahrhundert wie ein roter Faden, und ihre Früchte sind heute jedem informierten Bürger angesichts der naturzerstörenden Industrie klar vor Augen. Er war aber nicht der einzige Verkünder einer so furchtbaren und folgenschweren Irrlehre. Da gab es noch Descartes und einen Claude Bernard, die Wegbereiter grausamer Tierversuche. Descartes, ein französischer Philosoph zur selben Zeit, vertrat die Ansicht, daß die Schmerzensschreie gequälter Tiere nicht anders zu werten seien, als das Quietschen einer Maschine. Und Claude Bernard, Mitte des 19. Jahrhunderts, ausgerechnet Arzt, schnitt bei seinen Experimenten den von ihm auf Bretter genagelten Tieren bei vollem Bewußtsein die Leiber auf und nahm sie zur Beobachtung nachts sogar noch mit in sein Schlafzimmer. Seine Versuche wurden schon von seinen damaligen Kollegen verabscheut und mit den Grausamkeiten des römischen Kaisers Diokletian - 300 nach Christi - verglichen. Ihnen ist es mitzuverdanken, daß im Laufe der Zeit die medizinische Wissenschaft unter Mißachtung ethischer Aspekte, anstatt der Tierversuchspraktik in ihrer Sinnlosigkeit, Brutalität und vor allem Gefährlichkeit fur den Menschen abzuschwören, immer noch den blutigen Weg des Tierexperimentes beschreitet und zusammen mit der mächtigen Pharmaindustrie viele Ärzte zu deren Erfüllungsgehilfen werden laßt. Schon der griechische Tragiker Sophokles sagte 400 vor Christus: "Nichts ist unheimlicher als der Mensch." Leider haben wir allen Grund, diese beschämende Wahrheit auch heute noch - 100 Jahre nach Claude Bernard - auf einen großen Teil heutiger Vivisektoren zu beziehen. Was sich seit Bernard nicht geändert hat, das ist die Grausamkeit, mit der immer noch unzählige Tierversuche durchgeführt werden, die den Vergleich von Prof. Dr. Heitler in Zürich rechtfertigen: "Der Teufel ist ein sehr kluger Herr, der, wenn es ihm paßt, einen weißen Labormantel umlegen kann, um so echten Wissenschaftlern ähnlich zu sein, wie seiner Zeit Mephisto im Talar des Doktor Faust." |