Tierversuche im Studium

"Für diesen Versuch wird ein betäubtes Tier geopfert. Nach Dekapitation wird der Thorax eröffnet, das kräftig schlagende Herz einschließlich des Einmündungsgebietes der großen Venen, isoliert und sofort in ein Gefäß mit O2-gesättigter Nährlösung bei Zimmertemperatur gebracht."

So steht es im Skript für das Physiologie- Praktikum, an dem alle Studierenden der Medizin an der RWTH im zweiten und dritten Semester teilnehmen müssen. In drei von zehn Versuchen, die für die Physiologie durchführt werden "müssen", werden Organe von Tieren verwendet, und das, obwohl es für diese Organversuche Alternativen gibt, die an vielen Universitäten schon verwendet werden. Die Organversuche funktionieren nur in seltenen Fällen, es werden also Tiere "verschwendet" und die Studierenden lernen wortwörtlich nichts.

 

Die Alternativ-Versuche sind den Organversuchen weit überlegen, da sie meist Eigenversuche sind und somit die physiologischen Prozesse am Menschen direkt beobachtet werden können. Der Muskel eines Kaltblüters (des Frosches) reagiert nicht wie ein Menschenmuskel und ist für einen Humanmedizin-Studierenden vollkommen uninteressant. Die Leiter der Physiologie-Praktika an der RWTH kommen aus einer Zeit, zu der moderne Alternativ-Versuche noch nicht existierten, und beharren darauf, daß die Studierenden auch heute noch dieselben veralteten Versuche durchführen, die schon vor 30 Jahren auf dem Lehrplan standen.

Seit einigen Jahren gibt es auch im Medizinstudium an der RWTH-Aachen die Möglichkeit, die Organversuche zu verweigern und stattdessen Alternativ-Versuche durchzuführen. Von den Professoren wird diese Verweigerung jedoch eher ungern gesehen, und die verweigernden Studierenden werden benachteiligt, indem ihnen der einzige Fehltermin (der Ihnen bei normaler Versuchsdurchführung zusteht) aberkannt wird und sie zudem in kleineren Gruppen die Protokolle schreiben müssen, woraus ein weit größerer Arbeitsaufwand resultiert.

Bilder von Tierversuchen im Studium

siehe auch: Tierversuche Allgemein
Tierversuche in der Medizin
Tierversuche im Klinikum-Aachen
Tierversuche ethisch vertretbar?

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