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Tierversuche werden in sehr vielen unterschiedlichen Bereichen gemacht. Am bekanntesten sind wohl die Pharma- und die Kosmetikindustrie. Es werden aber auch Produkte an Tieren getestet, bei denen die meisten Menschen es überhaupt nicht vermuten würden. So werden beispielsweise Insektizide, Unkrautvertilgungsmittel, Süßstoffe, Konservierungs- und Färbemittel, Aromastoffe, Frostschutzmittel, Bremsflüssigkeiten, Alkoholika, Tabakwaren, Farbensprays, Lacke, Putz- und Spülmittel und vieles andere auch an Tieren getestet, indem man es ihnen konzentriert in die Augen oder auf die aufgeschürfte Haut, in die Nase, in die Ohren oder ins Futter gibt.
All diese alltäglichen Konsumartikel werden hauptsächlich mit zwei Testverfahren getestet. Entweder wird in dem sogenannten LD50-Test geprüft, ab welcher Menge des jeweiligen Stoffes 50% der Versuchstiere sterben (dieser Tierversuch ist in der BRD nicht genehmigungspflichtig), oder die Substanz wird, bei dem Draize-Test einem Tier (meistens Kaninchen, welche kaum Tränenflüssigkeit absondern) in die Augen oder die aufgeritzte Haut gegeben (die Tiere sind so justiert, daß sie sich nicht bewegen können, also nicht die Substanz aus dem Auge oder Haut reiben oder lecken) und in den darauf folgenden 72 Stunden werden die Reaktionen, von Rötung bis totaler Zerstörung des Auges, beobachtet und ausgewertet. Dieser Test ist sogar in den USA verboten, bei uns in der BRD aber weiterhin erlaubt.
In unserer Gesellschaft ist es also so gut wie unmöglich, keine an Tieren getesteten Produkte zu kaufen; wir werden zur Unterstützung dieser ethischen Verbrechen gezwungen.
Andere Tiere (meist Affen) werden zum Dauerrauchen von Tabakwaren gezwungen, um die Gesundheitsschädlichkeit nachweisen zu können.
US-amerikanische Psychologen haben es geschafft, Affen psychologisch in Tod zu treiben. Meiner Meinung nach ein unbedingt erstrebsames Ziel. Sie haben die Tiere sofort nach der Geburt der Mutter weggenommen und so isoliert, daß sie zu keinem anderen Lebewesen (auch nicht den Forschern) Kontakt hatten. Als Ersatzmutter wurde ihnen ein so genanntes Ungeheuer gegeben. Zitat von den Experimentatoren:
"Das erste dieser Ungeheuer war eine Affenmutter aus Stoff, die nach einem Stundenplan oder auf Verlangen mit Hochdruck komprimierte Luft ausstieß. Dem Tier wurde praktisch die Haut vom Körper geblasen. Und was tut das Affenbaby ? Er klammert sich immer inniger an die Mutter, weil ein erschrockenes Baby sich um jeden Preis an seine Mutter klammert. Wir erreichten keinerlei Psychopathologie. Wir gaben jedoch nicht auf. Wir bauten eine andere Ersatzmutter, ein Ungeheuer, das so heftig schaukelte, daß Kopf und Zähne des Babys klapperten. Alles, was das Baby tat, war ein festeres Anklammern an die Ersatzmutter. Das dritte Ungeheuer, das wir bauten, hatte einen eingebauten Drahtrahmen im Körper, der heraussprang und den Säugling von der Bauchoberfläche der Ersatzmutter herunterwarf. Das Baby stand vom Boden auf, wartete, bis der Drahtrahmen wieder in dem Stoffkörper verschwunden war, und hängte sich wieder an die Ersatzmutter. Schließlich bauten wir unsere Stachelschwein-Mutter. Auf Kommando traten ihr aus der Bauchoberfläche scharfe Messingstacheln. Obwohl die Babys unter dieser stacheligen Zurückweisung litten, warteten sie einfach, bis die Stacheln wieder verschwanden, und kamen dann zurück und klammerten sich an die Mutter."
Ebenfalls US-amerikanische "Wissenschaftler" töteten hunderte vom Aussterben bedrohte Riesen-Wasserschildkröten und sezierten ihr Gehirn, nur um herauszufinden, ob diese Tiere träumen.
Es wurden auch Mausepfoten zerschnitten und verätzt, um zu prüfen, wie diese Tiere anschließend, ohne Pfoten, ihre Schnauze putzen.
Weltweit werden etwa 100 Millionen Tiere jährlich für "wissenschaftliche" Zwecke gefoltert, geschnitten, am lebendigen Leib verätzt, verstümmelt, vergiftet oder radioaktiv bestrahlt; 85-90% der Versuche unnarkotisiert.
Die Tiere werden entweder extra gezüchtet, aus der freien Wildbahn genommen, von zoologischen Gärten geliefert oder stammen aus Haustierdiebstählen.
Welche Folgen beispielsweise die Züchtung von Tierversuchsratten für RattenfreundInnen hat, kann mensch daran sehen, daß so ziemlich alle im Tierheim, Zoofachhandel oder von privaten RattenfreundInnen erhältlichen Ratten mit ca. 2 Jahren an Krebs erkranken und sterben. Nach Angabe des Vereins der Rattenzüchter und –freunde ist diese Tatsache ausschließlich auf die Züchtung für Tierversuche zurückzuführen.
Die professionellen Zuchtanstalten bieten auch Tiere an, die schon "vorbehandelt" sind, d.h. sie werden mit durchgetrennten Stimmbändern, ausgeschabten Augen, gebrochenen Knochen, verkrüppelten Körpern und herausgeschnittenen Organen "geliefert".
In deutschen Laboratorien werden jährlich bis zu 10 Millionen Ratten, Mäuse, Affen, Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Kaninchen und andere Tiere im Dienst von Wissenschaft, Industrie und Behörde als "Wegwerf-Meßinstrumente" und Modelle für unsere Krankheiten mißbraucht, leider ist absolut noch kein Ende, nicht mal eine Einschränkung dieser Mißhandlungen in Sicht.
Hier sind einige Original-Experimentbeschreibungen aus einer Broschüre der Vereinigung "Ärzte gegen Tierversuche" e.V.:
Dreizehn Affen (Afrikanische Grüne Meerkatzen):
Die Tiere wurden anästhesiert, in ein stereotaktisches Gerät plaziert, der Schädel geöffnet, Teile des Gehirns entfernt oder durchgeschnitten und mit Gelschaum wieder aufgefüllt. Markierungssubstanzen wurden injiziert. Nach 5 oder 10 Tagen wurden die Tiere erneut betäubt, mit Salzlösung durchströmt und die Gehirne zur weiteren Untersuchung entnommen.
Siebzehn Affen (Rhesus-Affen):
Die Tiere wurden bereits vor der Geburt und dann weiter über 9 Jahre mit einer Labordiat, der eine giftige Bleiverbindung (350 bzw. 600 ppm) zugemischt war, ernährt. Durch regelmäßige Blutentnahmen konnte die Bleikonzentration verfolgt werden. (Mit Blei behandelte Affen zeigen üblicherweise Wahrnehmungsstörungen und funktionelle Ausfallerscheinungen, die hier nicht beschrieben sind). Die Tiere wurden anästhesiert, mit Gift getötet und ihre Gehirne auf Veränderungen untersucht.
Ein Affe (Rhesus-Affe)
Das Tier wurde darauf trainiert, einen kleinen Punkt auf einem Bildschirm zu fixieren. Durch eine auf dem Schädel des Tieres angebrachte Stahlkammer (siehe nächstes Experiment) konnten Elektroden durch die Hirnhaut in bestimmte Bereiche der Hirnrinde gestochen werden. Elektrophysiologische Reaktionen im Gehirn des wachen Tieres wurden registriert. Weiteres Schicksal des Tieres unbekannt.
Ein Affe (Rhesus-Affe)
Das Tier wurde darauf trainiert, einen kleinen Punkt auf einem Bildschirm zu fixieren. Wenn es diese Aufgabe weitgehend gelernt hatte, wurden unter Anästhesie vier Stahlträger zur Fixierung des Schädels implantiert und eine Stahlkammer auf den Schädel geschraubt. Nachdem das Tier sich erholt hatte, wurden durch die Kammer sieben Elektroden durch die Hirnhaut in das Gehirn (Sehrinde) eingeführt. Nervenreaktionen auf angebotene Lichtreize wurden untersucht. Weiteres Schicksal des Tieres unbekannt.
Elf Affen (Rhesus-Affen)
Die Tiere wurden experimentell mit dem Affenvirus SIV infiziert. Innerhalb eines Jahres nach der SIV-Infektion zeigten sie Durchfall, Gewichtsverlust und zunehmende Schwächezustände. Die Tiere wurden getötet und die schweren physiologischen Veränderungen und Entzündungen im Bereich der Galle, Leber und Bauchspeicheldrüse untersucht.
Fünfzehn Affen (Totenkopfäffchen)
Am Schädel der Tiere wurde unter Anästhesie in einer stereotaktischen Operation eine Stahl-Plattform zur Einführung von Elektroden befestigt. Die Tiere durften sich eine Woche erholen. Elektroden wurden so ins Vorderhirn implantiert, daß eine elektrische Reizung von bestimmten Gehirnstrukturen die im Primatenstuhl sitzenden Tiere zum Schreien (vocalization) brachte. Die Schreie der Tiere wurden auf Band aufgezeichnet. Die Tiere wurden bis zu sechs mal täglich jeweils 30 Minuten täglich getestet. Zusätzlich wurden neben den Elektroden abwechselnd verschiedene Chemikalien, insgesamt 29 Substanzen, ins Gehirn injiziert, um deren Einfluß zu testen. Am Ende der Experimente wurden die Tiere anästhesiert und ihre Gehirne zur Untersuchung entnommen.
Ein Affe (Rhesus-Affe)
Das Tier wurde darauf trainiert, mit Augen- und Armbewegungen verschieden Aufgaben durchzuführen. Es wurde in einen Primatenstuhl gesetzt, der Kopf fixiert. Der nicht arbeitende Arm wurde durch einen Plastikzylinder um den Ober- und Unterarm an größeren Bewegungen gehindert. Das Training begann damit, daß das Tier lernen mußte, durch Berühren eines Metallgriffs ein zentrales rotes Licht, das auf einen Bildschirm projiziert wurde, ein- und auszuschalten. Nach Aufleuchten und Erlöschen eines weiteren, seitlichen roten Lichtes mußte es den Griff loslassen und mit dem Zeigefinger auf bestimmte Objekte deuten. Weiterhin mußte es auf bestimmte Töne mit Loslassen des Metallgriffs reagieren. Als Belohnung erhielt das Tier ein paar Tropfen Wasser oder Saft. Nur am Wochenende durfte es nach Belieben trinken.
Nach einer zweimonatigen Trainingszeit wurde der Affe anästhesiert und Drahtspulen in beide Augen unter die Bindehaut implantiert. Ein Stahladapter wurde zur Fixierung des Kopfes in den Schädel eingesetzt. Das Schädeldach wurde geöffnet, um einen Aufzeichnungszylinder einzusetzen und Elektroden ins Gehirn einzuführen. Das Tier durfte sich erholen und wurde dann erneut trainiert. Horizontale und vertikale Bewegungen der Augen konnten mit der implantierten Magnetspule, Muskelbewegungen durch intramuskuläre Drahtelektroden gemessen werden. Der Kopf des Tieres wurde für die weiteren Trainingssitzungen an einer Metallstange fixiert. Die Sitzungen zur Messung erfolgten dreimal wöchentlich und dauerten 4-6 Stunden. Weiteres Schicksal der Tiere nicht bekannt.
Sechs Affen (Afrikanische Grüne Meerkatzen)
Die Tiere wurden anästhesiert, der Kopf in einem stereotaktischen Apparat fixiert. In den Schädel wurde mit einem Knochenbohrer eine Öffnung gefräst. Teile des Gehirns wurden ausgeschnitten, der Hohlraum mit Gelschaum gefüllt und die Hautöffnung wieder zugenäht. Nach Überlebenszeiten von 4 Tagen bis 1 Jahr wurden die Tiere erneut anästhesiert und die Gehirne zur Untersuchung entnommen.
Es ist sehr schön zu sehen, daß die breite Bevölkerung endlich soweit ist, daß die Nachfrage nach tierversuchsfreier Kosmetik erheblich gestiegen ist, und daß unsere Politiker endlich gezwungen sind, sich mit diesem Thema zu befassen. Daran, daß die BRD einer der wenigen Staaten in der EU ist, die für die Abschaffung der Tierversuche in der Kosmetik ist, ist zu sehen, daß die Arbeit der TierrechtlerInnen und der TierschützerInnen doch Früchte trägt. Leider kann niemand sagen, wie ernst es den Politikern mit der Durchführung ist. Es wäre nicht das erste mal, daß der Öffentlichkeit verfälschte Informationen gegeben werden. Aber wenn wir alle weiter Druck auf die Wirtschaft ausüben, indem wir konsequent ausschließlich tierversuchsfreie Kosmetik kaufen, werden wir es in nicht allzu ferner Zukunft schaffen, diese barbarischen Versuche endgültig abzuschaffen.
Über die Übertragbarkeit der Ergebnisse von Tierversuchen für den menschlichen Organismus wird von führenden Wissenschaftlern gestritten, und das nicht ohne Grund.
Hier ein paar Beispiele für die "Übertragbarkeit" von Reaktionen von Tierorganismus auf den menschlichen Organismus (aus einem Infoblatt der S.O.S. Tierrechte mit Quellen Civis Schweiz und Deutscher Tierschutzbund):
Arsen wird von Schafen in enormen Mengen vertragen, ist für den Mensch in kleinster Menge tödlich.
Aspirin ist für Katzen und Hunde giftig, wirkt bei Ratten und Mäusen wie Contergan.
Butter ist für Ratten absolut tödlich.
Chlorophorm ist für Hunde giftig, für den Mensch ein wertvolles Betäubungsmittel.
Contergan hat auf Ratten und Mäuse keine negativen Auswirkungen, erzeugt bei Menschen aber schwere Mißbildungen.
Digitalis erhöht den Blutdruck von Hunden, wird bei Menschen aber als Hauptheilmittel für Krebskranke verwandt.
Fliegenpilze sind für Kaninchen unschädlich, in kleinen Mengen aber beim Menschen tödlich.
Ein Kürbis führt bei Pferden zu einem ernsten Erregungszustand.
Für Füchse und Hühner sind Mandeln tödlich.
Morphium verträgt der Hund 20mal soviel wie der Mensch, wirkt bei Katzen aufregend und ist für Menschen ein Beruhigungsmittel.
Opium ist in der Dosis die Menschen tötet für Hunde und Hühner harmlos.
Penicillin bringt Meerschweinchen um, kann beim Menschen aber lebensrettend sein.
Petersilie ist für Papageien tödlich, für Menschen aber sehr gesund.
Strychnin ist für Affen und Meerschweinchen in hohen Dosen verträglich, für Menschen aber absolut tödlich.
Zitronensäure erzeugt bei Katzen, Hunden und Kaninchen Krämpfe, für Menschen gesund und unschädlich.
Zyancali hat auf Eulen keine Wirkung, ist für den Menschen tödlich.
Nun zu der gesetzlichen 5-Jahres-Regelung. Nach dieser Regelung kann jede Firma ihre Produkte mit dem Zusatz "tierversuchsfrei" verkaufen, die in den letzten 5 Jahren keine Tierversuche mehr gemacht haben. Der Vorteil dieser Regelung gegenüber der Regelung vom DTSB ist, daß die Firmen dazu ermuntert werden, Tierversuche zu stoppen, während keine Firma, die nach dem 31. Dezember 1978 noch Tierversuche gemacht hat, eine Chance hat, in die Positivliste des DTSB zu kommen. Leider überwiegen die Nachteile der 5-Jahres-Regelung:
• Die Kosmetikkonzerne arbeiten mit ihrem Projekten auf viele Jahre im voraus. 5 Jahre zu warten, um ein Produkt auf den Markt zu bringen, ist für sie kein Problem.
• Die Regelung besagt nichts über Rohstofflieferanten. D.h. in dem "tierversuchsfreien" Endprodukt können durchaus an Tieren getestete Rohstoffe enthalten sein. Für die größeren Konzernen ist es auch kein Problem, daß eine Tochter-/Schwesterfirma die Versuche macht.
Diese deutlichen Nachteile machen die 5-Jahres-Regelung meiner Ansicht nach annähernd unbrauchbar.
Das einzige Land weltweit, in dem Tierversuche gesetzlich verboten sind, ist Liechtenstein. Hoffentlich folgen möglichst bald möglichst viele andere Länder diesem guten Beispiel.