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Menschen, die einen Zoo besuchen, möchten meistens Tiere sehen, welche in ihren jeweiligen Wohngebieten nicht vorkommen oder sich in der Natur nicht den Menschen zeigen. Viele Eltern möchten ihren Kindern solche Tiere einmal "live" zeigen. Dabei scheinen sie nicht daran zu denken, daß die Tiere, welche sie im Zoo eingesperrt vorfinden, nicht mehr das Geringste mit den wildlebenden Tieren gemeinsam haben. Oder soll ich etwa z.B. den/die gedemütigteN TigerIn, welcheR in seinem/ihrem winzigen Käfig auf und ab läuft, ohne die Menschen, die an seinem Käfig gaffend vorbeigehen zu beachten mit dem/der stolzen TigerIn vergleichen, der/die durch sein/ihr Revier im Urwald läuft, und bei dessen Brüllen alle Lebewesen erzittern ?
Obwohl ich den meisten dieser Menschen so etwas wie "Tierliebe" unterstellen möchte, denken diese Menschen, wie so oft, nicht an die Tiere und ihr Leid. Die Tiere werden meist brutal aus ihrer natürlichen Umgebung gerissen und oft in ein für sie völlig falsches Klima transportiert. Bei dem brutalen Fang oder dem Transport sterben schon viele der Tiere, aber diejenigen, die überleben, haben ein Dahinfristen im Gefängnis vor sich. Egal, ob die Tiere gefangen oder "nachgezüchtet" wurden, sie weisen alle deutliche Verhaltensstörungen auf. Nicht nur, daß sie in einem Klima leben müssen, welches für sie völlig ungeeignet ist, nein, sie müssen auch in einem winzigen Käfig oder Freigehege zusammen mit ArtgenössInnen leben, obwohl viele von ihnen natürlicherweise Reviere und somit großen Abstand zu den ArtgenössInnen brauchen.
In Freiheit verbringen die meisten Tiere einen Großteil ihrer Zeit mit Nahrungssuche, sie streifen durch ihre Territorien, paaren sich mit ihren ArtgenössInnen, vermeiden den Kontakt zu FeindInnen oder KonkurrentInnen. Aller dieser natürlichen, für sie elementaren Verhaltensweisen sind sie durch die Gefangenschaft im Zoo beraubt worden. Durch diesen brutalen Eingriff in ihr Leben enden die gelangweilten und schnell verhaltensgestörten Tiere als gestreßte, apathische, gefrustete und lethargische Kreaturen. Sie laufen den ganzen Tag über in ihrem winzigen Käfig auf und ab, machen kreisende Bewegungen mit dem Kopf, fressen ihre eigenen Exkremente, oder gehen sogar zum Kannibalismus über.
Die ZoobefürworterInnen bringen als Hauptargument für den Zoo den Artenschutz, der angeblich durch die Einknastung betrieben wird. Das dieses Argument mal wieder eine Täuschung der Öffentlichkeit durch skrupellose GeldmacherInnen ist, läßt sich einfach aufzeigen.
Z.B. werden beim Fang eines beliebten Jungtieres bis zu zehn erwachsene Tiere getötet – Artenschutz ? Viele der Tiere überleben die brutalen Fangmethoden oder den Transport zu ihren Gefängnissen nicht – Artenschutz ? Viele der Tiere, welche in einem Zoo "leben", sind gar nicht bedroht – Artenschutz ? Die Zoos und Zirkusse kaufen die Tiere auch bei Wilderern, fördern somit die Wilderei – Artenschutz ? Die "nachgezüchteten" Tiere werden nicht auf das Leben in der Freiheit vorbereitet, eine Auswilderung wird überhaupt nicht angestrebt – Artenschutz ? Wenn die Tiere als Publikumsfang nicht mehr wirksam sind, weil sie zu alt oder nicht mehr für die Menschen interessant sind, werden sie getötet (enden als Futter oder ausgestopfte Trophäe), oder an kleinere Zoos oder Labore (=Tierversuch) verkauft – Artenschutz ? Durch den Tierfang für Zoos und Zirkusse wurden Orang Utans, Mähnenwolf, Gepard, Bengalkatze, Bergtapir und viele, viele andere Tierarten fast komplett ausgerottet – Artenschutz ?
Ich persönlich bin immer wieder zutiefst beglückt, wenn ich sehe, wie selbstlos und barmherzig sich diese Menschen um die armen Tiere kümmern...
Ich möchte an dieser Stelle auch auf die Delphinarien eingehen, und zitiere dafür ein Flugblatt der VOR (Vegane Offensive Ruhr):
In Freiheit
Es war ein Tag wie kein anderer. Sie werden ihn nie vergessen können. Gerade noch hatten sie die Wunder der Natur: die Wellen und die Geräusche des offenen Meeres, das Sonnenlicht, das durchs Wasser bricht, und das vertrauliche, freudige Leben in ihrer Gemeinschaft, als plötzlich all dem ein Ende gemacht wurde.
Mit einem Mal war das Wasser um sie herum lärmerfüllt und unruhig und sie fanden keinen Weg, um zu entkommen. Menschen, denen sie nichts getan hatten, hatten sie umzingelt. Netze wurden ins Wasser geworfen und einer der Ältesten von ihnen wurde an Bord eines Bootes gezerrt, um bald darauf wieder ins Wasser geworfen zu werden. Andere zogen sich in den Netzen Verletzungen zu, für eine andere wiederum war das Netz selbst zur mörderischen Falle geworden – sie war ertrunken. Eine andere wurde an Bord behalten und ihr wurde eine Spritze gegeben, um zu verhindern, daß die Stockstarre, in die sie verfallen war, zu ihrem Tod führt. Sie wird nun in ein kleines, schäbiges Becken gebracht, wo sie gezwungen wird, tote Fische zu essen. Jedesmal, wenn sie einen Fisch herunterschluckt, hört sie den Ton einer Pfeife – so wird ihr beigebracht, daß sie erst beim Pfiff etwas zu essen bekommt. Wenn sie die nächste Tortur, den qualvollen Transport, überlebt, dann ist ihr ein Platz als Publikumsliebling in einem Delphinarium sicher. Dort soll jeder Aspekt ihres Lebens kontrolliert werden, vom Futter, daß sie ißt, bis hin zu der genauen chemischen Zusammensetzung des Wassers.
Früher oder später wird sie an den Bedingungen ihrer Gefangenschaft sterben, wenn sie sich nicht vorher das Leben nimmt – eine Entscheidung, die sie ihr nicht nehmen können.
Dann wird vielleicht auch eine oder einer von denen, die sich an ihrer Gefangenschaft und Dressur erfreuen, einen Anflug von Trauer spüren, die Ihre FreundInnen und ihre Familie schon verspüren seit eben jenem Tag, als sie ihnen fortgerissen wurde, um Menschen zu amüsieren – in Gefangenschaft.
Delphinarien sind für viele Menschen eine Stätte des Vergnügens; für die zur Schau gestellten Tiere sind sie jedoch eine einzige Tortur! Darüber kann auch das ewige "Lächeln" der Delphine, bedingt durch die fehlende Gesichtsmuskulatur, nicht hinwegtäuschen:
Sie werden in kleine Betonbecken eingepfercht, sie müssen sich nun wenige hundert Quadratmeter Becken mit ihren LeidensgenossInnen teilen, während sie in Freiheit mehrere hundert Kilometer zurücklegen. Unter dieser Bedingung kommt es vor, daß diese, nach menschlichen Kriterien, hilfsbereiten und sozialen Wesen so aggressiv gegeneinander werden, daß sie eine Hackordnung entwickeln und es passieren kann, daß sie sich gegenseitig umbringen. Die kahlen Betonwände bieten nicht nur Monotonie und Langeweile, sondern zwingen/bringen die Delphine auch zum Verstummen.
Delphine verständigen und orientieren sich über ihr Sonarsystem (Echopeilung), die ausgesendeten Sonarwellen werden von der Betonwand aus zurückgeworfen, eine unerträgliche Qual für die Tiere. Diese Situation ist in der Vergangenheit mit der eines Menschen im Spiegelkabinett verglichen worden, mit dem Unterschied, daß die Delphine sich nicht freiwillig dieser beängstigenden Desorientierung ausgesetzt haben und ihnen nur ein Ausweg bleibt: zu verstummen.
Das "künstliche Meerwasser" ist eine Brühe, die aus Wasser, Chlor, Salz und Salzsäure zusammengesetzt ist. Trotz einer ständigen Filterung leiden die Tiere an mitunter tödlichen Pilzerkrankungen, die Augen werden vom Chlor häufig so stark verätzt, daß die Tiere davon erblinden können. Die Delphinindustrie macht es sich zunutze, daß die BesucherInnen dieser Tierknasts nichts von diesen Problemen verstehen.
Im neuen Delphinarium des Zoo Duisburg wird eine andere Zusammensetzung des "künstlichen Meerwassers" getestet. War das chlorierte Wasser doch nicht so ungefährlich, wie uns immer wieder versichert wurde ?
Bedingt durch die Haltung zeigen die Tiere ein sogenanntes zoochotisches Verhalten:
Stereotypes (Schwimm-) Verhalten – ein Schicksal, das sie mit den Tieren in den sogenannten Zoos teilen. Das letzte Ausmaß der schikanösen Mißachtung ihrer natürlichen Bedürfnisse ist die bis zu fünfmal tägliche Tortur der Vorstellung.
Der ehemalige Wal- und Delphintrainer Doug Cartlidge über die Dressur und ihre Methoden:
"Die Tiere zeigen ihre Kunststücke nicht, weil sie es gerne tun. Zunächst muß man herausfinden, wieviel sie fressen und trotzdem noch arbeiten. Danach kann man den Delphin so konditionieren, daß er bestimmte Handzeichen mit bestimmten Kunststücken assoziiert, woraufhin er einen Fisch bekommt. Dann muß man herausfinden, ob sie Einzelgänger sind, oder lieber in der Gemeinschaft leben. Denn eine der Strafen dafür, daß sie nicht richtig arbeiten, ist sie alleine einzusperren. Man sperrt sie in einen Verschlag und ignoriert sie einfach. Das ist wie psychische Folter."
Jede Show läuft nach dem gleichen Muster ab:
Während die BesucherInnen noch ihre Plätze suchen, setzt laute Musik ein. Für die Tiere das Signal, daß es bald was zu essen gibt; sie werden sichtbar nervös und aufgeregt, springen aus dem Wasser und drehen unter Wasser schnelle Runden. Was in der Freiheit ein Ausdruck von Ausgelassenheit und purer Freude am Leben ist, wird in Gefangenschaft durch Dressur und mit dem Zwangsmittel Hunger ersetzt. An dieser Demütigung empfindet das Publikum Freude und verhöhnt und verspottet die Tiere.
Reinhard Frese (Direktor des Zoo Duisburg): "Dressuren sind nur ein Abfallprodukt des täglichen Jogging-Trainings."
Solange mit der Gefangenschaft noch Profit zu machen ist, solange werden sie von skrupellosen Geschäftsleuten schikaniert und traktiert werden. Boykottieren Sie deshalb Delphinarien.
Tausende von Delphinen sind schon Opfer dieser Industrie geworden; wer wird das nächste Opfer sein ? Während Delphine in Freiheit 30 Jahre und länger leben, sterben sie in der Gefangenschaft meist nach wenigen Jahren, nicht zu vergessen alle die Delphine, für die schon der Fang oder Transport den Tod bedeutet.
Es wird Zeit, daß nicht mehr über die Delphine und Wale gestaunt wird, es wird Zeit, daß sie endlich respektiert werden.
Noch können die Delphine/Wale gerettet werden, boykottieren Sie dieses perverse Vergnügen: die Delphinarien/Walarien und fordern Sie eine Wiederauswilderung der eingekerkerten Tiere. In England gibt es bereits keine Delphinarien mehr, aufgrund einer Kampagne von TierrechtsaktivistInnen – und Rocky schwimmt jetzt wieder in Freiheit.
TOD ODER FREIHEIT – ES LIEGT AN IHNEN!
(Ende Zitat des Flugblattes der Veganen Offensive Ruhr)
Zu den unter dem Kapitel Zoo beschriebenen Qualen kommen beim Zirkus noch weitere, vor uns unvorstellbar abartige Qualen hinzu.
Während der 2-3 täglichen Vorstellungen, die für die Tiere immer wieder Angst und respektlose Verachtung bedeuten, wird den Zuschauern Liebe von den Dompteuren zu den Tieren vorgegaukelt... Was die Zuschauer nicht zu sehen bekommen, sind die Methoden, mit denen die Tiere die Kunststücke und völlig widernatürlichen Verhaltensweisen eingeimpft bekommen: Elektroschocks, Nahrungsentzug, Peitsche, Stock, Dreizack und viele andere widerliche Quälmethoden. Erst nach völliger Erniedrigung, wenn sie sich ihrem grausamen Schicksal ergeben haben, machen die Tiere die für sie wohl nicht ganz von der Natur vorgesehen Kunststücke: Bären, die mit Federn auf dem Kopf tanzen oder Schlittschuh laufen, Raubkatzen, die durch brennende Reifen springen, auf Pferderücken reiten oder mit ihren LeidensgenossInnen Pyramiden bauen, Elefanten, die einen Kopfstand machen und und und... die Aufzählung würde kein Ende nehmen.
Die Zeit, welche die Tiere nicht in der Manege während der Vorstellung oder des Trainings verbringen, vegetieren sie angekettet in Käfigen dahin. Alle paar Tage müssen sie auch noch den Streß des Ortswechsels auf sich nehmen, welcher mit einem für die Tiere extrem stressigem Transport vollführt wird.
Daß Manegen ohne Zirkus hervorragend funktionieren, zeigen viele ArtistInnen, die in tierfreien Zirkussen auftreten, und damit auch sehr große Erfolge haben.