Hinter verschlossenen Türen - zum angeblichen Wohl des Menschen - wurden allein in Deutschland
1995 (lt. Tierschutzbericht 1997) 1,642 532 Millionen Tiere zu Forschungszwecken "benutzt". Diese Zahl dokumentiert
jedoch nur den statistisch erfaßten Tierverbrauch nach der Versuchstiermeldeverordnung. Unberücksichtigt bleiben alle
Tiere, die in der Aus,- Weiter- und Fortbildung von Studenten, Doktoranden und Wissenschaftlern ihr Leben lassen müssen.
Ebenso Tiere, die zur Entnahme von Organen getötet werden. Somit erhöht sich die Zahl der Versuchstiere noch erheblich.
Mit nahezu allen Tierarten, von Fischen, Vögeln über Nager, Hunde, Katzen bis hin zu Affen
und landwirtschaftlichen Nutztieren, wird experimentiert. Es wird versucht, Medikamente auf
Wirksam- und Verträglichkeit, Chemikalien auf ihre Giftigkeit und vieles mehr am Tier zu testen
und kennenzulernen. Dabei bleibt zunächst unberücksichtigt, daß Tiere sich grundsätzlich
anatomisch, physiologisch, psychosomatisch und auch in ihrer chemischen Reaktion von dem
Menschen unterscheiden. Selbst verschiedene Tierarten reagieren unterschiedlich, ebenso das
einzelne Tier einer Rasse. Wie dann erst der Mensch! So erklärt es sich auch, daß beim Menschen
immer wieder im Tierversuch nicht erkannte Schäden oder sogar Todesursachen auftreten.
Erst nach längerer Anwendung eines Medikamentes beim Menschen stellt sich heraus,
ob die Ergebnisse reproduzierbar sind. Um die Risiken besser einschätzen zu können,
schreibt der Gesetzgeber - gut beraten von wissenschaftlichen Ausschüssen, in denen auch
Tierexperimentatoren vertreten sind - nach jedem Tierversuch, z.B. vor der Vermarktung
von Arzneien, den Menschenversuch vor.
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Bei Produkten, mit denen der Verbraucher nur
äußerlich in Verbindung kommt, reichen dem Gesetzgeber Hochrechnungen aus
Tierversuchsergebnissen.
Generell gilt eine Nutzen - Risiko-Abwägung.
Tierversuche - Verbrechen an Wehrlosen!
Das Leiden der Tiere beginnt bereits bei ihrer Haltung. In viel zu engen Käfigen, oft einzeln und
ohne Beschäftigungsmöglichkeit, vegetieren sie vor sich hin. Hinzu kommen ängste vor dem Ungewissen und die ihnen
zugefügten körperlichen Qualen durch Operationen, Chemikalien und Verstümmelungen.
Die Versuchstiere sind dem Menschen gnadenlos ausgeliefert.
Tieren stehen ein artgerechtes Leben und Unversehrtheit zu. Der Mensch hat kein Recht, ihnen,
nur weil sie nicht zu seiner Spezies gehören, das zuzufügen, was er selbst nicht ertragen will.
Die sich immer stärker ausbreitende überheblichkeit, Andersartiges, Schwächeres auszunutzen
und für seine Belange zu mißbrauchen, führt zu einer Verrohtheit, die auch zwischenmenschlich zu
spüren ist.
Menschen und Tiere haben eines gemeinsam - sie sind fähig, Schmerz, Leid und Freude zu
empfinden. Diese Eigenschaften verbieten es von selbst, Tiere in Versuchen zu mißbrauchen.
Selbst die humansten Gründe können hierfür keine Rechtfertigung sein.
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