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animal farm investigation

Landfrische Brathähnchen - zum Kotzen


Männer stapeln die weißen Plastikkisten, klatschen sie aufeinander. Jedes mal erfolgt eine Erschütterung. Es muß schnell gehen. Ein Gabelstapler fährt immer wieder weitere Kisten mit schlachtreifen Hühnern an, welche per Hand aus dem dunkeln und nach Kot und Ammoniak stinkenden Hallen geangelt und in Transportkisten geworfen werden. Hierbei brechen schon mal ein paar Knochen, doch dies interessiert niemanden. Wenn der LKW voll ist, geht es zum Schlachthaus z. B. der Lohmann - Wesjohann - Gruppe. Ähnlich brutal verläuft das Abladen der Hühner. Sie werden mit den Beinen an Haken gehängt, die sie zur Klinge bringen. Am Ende verläßt ein gerupftes und hübsch verpacktes Hühnchen das Schlachthaus, nichts erinnert mehr daran das es sich bei diesem Stück Fleisch um ein fühlendes, geschundenes Geschöpf gehandelt hat.

BSE, die Skandale des Hühnerbaron, Pohlmann und immer wieder Hormonskandale haben die Verbraucher unsicher gemacht. Die Fleisch- und Eierbranche arbeitet nun an einer Imageverbesserung, um ihre Kunden zurückzugewinnen.

Deutschlands größter Anbieter von Brathähnchen, Wiesenhof, der sein Geflügel auf die beschriebene Art und Weise auf Reisen schickt, garantiert auf seinen Verpackungen "tierschutzgerechte Aufzucht". Die Bilder, die uns vorliegen, sprechen eine andere Sprache.

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In 40 Hallen werden in Niederlehme über 1 Mio. Hühner gehalten. Im sogenannten Rein-Raus-Verfahren werden zig tausend Küken auf einen Schlag eingestallt und sie verlassen auch gemeinsam ihren einzigen ewig halbdunklen Lebensraum. Zuviel Licht ist unerwünscht. Das bringt Bewegung in die Tiere. Das bedeutet Gewichtsverlust und höheren Futterverbrauch. Es gibt automatische Futter- und Tränkeeinrichtung. Zur Mast werden spezielle Zuchthybriden eingesetzt, die in nur 5 Wochen ihr Gewicht von 40 g auf 1, 5 kg hochfressen. Die Folge: Herz und Knochengerüst entwickeln sich nicht so schnell wie der Fleischansatz. Die Tiere haben Kreislaufprobleme und leiden am sogenannten Beinschwäche-Syndrom. Gerne wird diese Haltung als "bäuerliche Bodenhaltung" deklariert. Daß Brathähnchen, da sie viel zu schwer für eine Käfigkonstruktion sind, ohnehin nie in Käfigen saßen, davon spricht bewußt niemand. So wird das, was man schon lange treibt, durch offene Deklaration ein Qualitätsmerkmal! Auch wenn die Tiere nicht in Käfigen gehalten werden, Platz haben sie trotzdem nicht. Mit mind. 18 Tieren pro Quadratmeter herrscht qualvolle Enge - wie bei den Käfighennen. In der Regel sind die Besatzdichten sogar nochl höher, da "den Mästern wenig Spielraum für emotionale überlegungen" (zitiert nach DGS Magazin, der Fachzeitschrift der Geflügelbranche) bleibt.

siehe auch:
Pohlamnn - Plohmann - Lohmann


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